20.03.2018

Unfallgeschehen schwerer Güterkraftfahrzeuge

Unfallgeschehen schwerer Güterkraftfahrzeuge

Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zur Entwicklung des Unfallgeschehens schwerer Güterkraftfahrzeuge ergab, dass nicht alle Fahrzeugtypen gleichermaßen an Unfällen beteiligt sind.

Die Analyse lieferte drei Schwerpunkte, die in Szenarien zusammengefasst und im Detail untersucht wurden: Auffahr-Unfälle, Unfälle an Knotenpunkten sowie Spurverlassen-Unfälle. Diese drei Szenarien decken drei Viertel aller Unfälle unter Beteiligung eines sGkfz ab. Maßnahmen zur Verhinderung von Unfällen, etwa durch Fahrassistenzsysteme haben daher in diesen drei Szenarien das größte Potenzial.

Über den Untersuchungszeitraum von 2002 bis 2015 wurde für alle Unfälle mit Personenschaden ein Rückgang von 16 Prozent verzeichnet. Die Anzahl der Unfälle unter Beteiligung eines schweren Güterkraftfahrzeuges nahm zwar sogar um 19 Prozent ab, erreicht aber nicht den von der Gesamtheit aller Güterkraftfahrzeuge erzielten Rückgang von 26 Prozent. Im Detail zeigt sich zudem, dass sich das Unfallgeschehen der vier Teilgruppen schwerer Güterkraftfahrzeuge nicht gleich entwickelt; insbesondere die Anzahl der Unfälle unter Beteiligung einer Sattelzugmaschine ist im letzten Untersuchungsjahr 2015 sogar höher als im Ausgangsjahr 2002. Zudem sind Unfälle unter Beteiligung einer Sattelzugmaschine oder eines schweren LKW mit Anhänger im Ausgangsjahr deutlich schwerer als Unfälle unter Beteiligung eines schweren LKW ohne Anhänger oder eines schweren LKW mit Spezialaufbau. Der Unterschied verringert sich jedoch bis zum Ende des Untersuchungszeitraumes.

Im Jahr 2015 ereigneten sich 11.261 Unfälle mit Personenschaden unter Beteiligung eines schweren Güterkraftfahrzeuges. Das entspricht vier Prozent aller Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden dieses Jahres in Deutschland. Jedoch wurden bei Unfällen unter Beteiligung eines schweren Güterkraftfahrzeuges 524 Personen getötet, das sind 15 Prozent aller bei Unfällen Getöteten. An fast zwei Drittel aller derartigen Unfälle war eine Sattelzugmaschine beteiligt. Bei mehr als zwei Drittel der Unfälle gibt es einen zweiten Beteiligten, am häufigsten einen PKW. Aus der Gruppe der ungeschützten Verkehrsteilnehmenden waren insbesondere Fahrradfahrende an Unfällen mit schweren Güterkraftfahrzeugen beteiligt. Bei knapp einem Viertel der Unfälle waren drei und mehr Beteiligte involviert. Die Unfallschwere war bei diesen Unfällen am höchsten. Die durchgeführte Strukturanalyse ergab, dass drei Viertel aller Unfälle mit schweren Güterfahrzeugen den Schwerpunkten Auffahrunfälle, Unfälle an Knotenpunkten sowie Spurverlassen-Unfälle zuzuordnen sind.

Folgerungen
Um die Anzahl der Unfälle unter Beteiligung eines schweren Güterkraftfahrzeugs künftig weiter zu reduzieren, erscheint es notwendig, für die vier Teilgruppen des Fahrzeugsegments unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen. Mit Blick auf die drei häufigsten Unfallszenarien weisen Maßnahmen zur Verhinderung von Unfällen, etwa durch Fahrassistenzsysteme, hier das größte Potenzial auf.

 

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