12.05.2017

Special Citylogistik: mitten im Strom

Special Citylogistik: mitten im Strom

Diesel sind im Gerede, Benziner meist kein Ausweg. Bei Autogas laufen Steuervorteile aus, Erdgas hat sich bisher nicht durchsetzen können. Die Zukunft ist elektrisch, die Hersteller stehen  unter Strom. Und Neu-Anbieter Streetscooter sowie ein chinesisches Fabrikat gehen in die Offensive.

Städte stehen wegen erhöhter Schadstoffwerte unter juristischem Druck, es drohen Sperrbezirke für Dieselmotoren. Ging es vor Jahren den Partikeln an den Kragen, sind jetzt Stickoxide das  Thema der Stunde.

Für Wenigfahrer im leichten Segment könnten Benziner ein Ausweg sein, sie aber verbrauchen viel Sprit, haben hohe CO2-Emissionen und sind für schwere Transporter deshalb nicht im  Angebot. Überdies stehen Benziner-Direkteinspritzer unter Feinstaubverdacht. Kaum scheint ein Emissionsthema gelöst, qualmt das nächste auf. Keine guten Zeiten für Transporterkäufer, denn worauf bitte ist Verlass, außer dass man verlassen ist? Jetzt schlägt die Stunde des Elektroantriebs.

E-Pioniere
Wer bisher einen E-Lieferwagen suchte, musste sich überwiegend Richtung Frankreich orientieren. Bereits seit sechs Jahren bietet Renault den rein elektrisch angetriebenen Kangoo Z.E. (Z.E.  = Zero Emission) an, inzwischen sowohl in normaler Länge sowie als Maxi. Unter der Haube steckt jeweils ein E-Motor mit 44 kW (60 PS) und 226 Nm. Die Lithium-Ionen-Batterien kommen  auf eine Kapazität von 22 kWh. Renault nennt einen kombinierten Stromverbrauch von 15,5 kWh sowie eine Normreichweite nach NEFZ von 170 km. Dies ist, wie bei allen Elektrofahrzeugen, ein theoretischer Wert, ermittelt unter Bestbedingungen ohne zusätzliche Verbraucher. Wie bei den Normverbrauchswerten von Verbrennern müssen Fahrer deshalb einen deutlichen Zuschlag beim Verbrauch und entsprechende Abzüge bei der Reichweite kalkulieren. So wird der Renault bisher zum Beispiel elektrisch beheizt. Fairerweise nennt Renault für milde  Außentemperaturen und ein gemischtes Fahrprofil rund 125 km Reichweite und gibt als schlechtesten Fall für niedrige Temperaturen und Stadtverkehr 80 km Reichweite an. Um die  Reichweite auszudehnen, spendiert Renault dem Z.E. eine programmierbare Vorheizung und Vorlüftung. Sie setzt ein, sofern die Traktionsbatterien mindestens zu 80 Prozent geladen sind. Mit 625 kg – Maxi unwesentlich geringer – bringt der Kangoo Z.E. eine ordentliche Nutzlast mit.

Pfiffig ist die Finanzierung: Der Kangoo Z.E. kostet netto 20.300 Euro, die Batterie wird separat gemietet. Renault verlangt je nach Kilometerleistung und Laufzeit zwischen 73 und 126 Euro im  Monat. Beim typischen innerstädtischen Betrieb ist der untere Wert realistisch. Da die teuerste Komponente eines Elektrofahrzeugs dessen Batterie ist, gewährleistet Renault mindestens 75 Prozent Ladekapazität über die gesamte Vertragsdauer. Renault empfiehlt zur Aufladung eine Wallbox als Ladestation, zu bekommen für netto rund 800 Euro plus Montage. Rund 4.000  Kangoo Z.E. schlägt Renault im Jahr europaweit los. Mit der zweiten Generation will Renault die Zahlen weiter steigern. Die neue Lithium-Ionen-Batterie mit höherer Energiedichte wächst auf  33 kWh Kapazität. Parallel steigt die Reichweite auf bis zu 270 km. Der ebenfalls neue Motor leistet unverändert 44 kW. Eine Heizung mit Wärmepumpe spart im Vergleich zur bisherigen elektrischen Heizung Strom. Der überarbeitete Kangoo Z.E. geht im Laufe des Jahres an den Start.

Möchten Sie mehr lesen? Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft oder testen Sie die KFZ-Anzeiger Magazin-App!


 

KFZ-Anzeiger

KFZ-Anzeiger
Das Magazin für die Transportbranche

Heft 14/2017 vom
20. Juli

Ausgabe Online lesen

Blättern Sie online im aktuellen KFZ-Anzeiger E-Paper

Anzeige

Nutzfahrzeug-Spezialisten in Ihrer Region – Ihre Servicepartner vor Ort

KFZ-RegionalMit einem Klick zum Download als PDF-Datei.
Entdecken Sie alle aktuellen Daten aus den Regionalausgaben des KFZ-Anzeiger auch online!

Download

docstop_267Die Initiative zur medizinischen Unterwegsversorgung von Berufskraftfahrern/-innen

 

Besuchen Sie den KFZ-Anzeiger bei Facebook Besuchen Sie KFZ-Anzeiger bei Twitter Immer auf dem neusten Stand: mit dem KFZ-Anzeiger Newsletter

Nach oben

© KFZ-Anzeiger – Das Portal für die Transportbranche 2017