06.11.2017

Technik: Automatisierte LKW – Innovationen für die Landebahn

Technik: Automatisierte LKW – Innovationen für die Landebahn

Daimler hat einen Lösungsansatz für den zukünftigen Einsatz automatisierter Nutzfahrzeuge präsentiert. Auf dem Gelände eines ehemaligen Fliegerhorsts bei Bad Sobernheim zeigte der LKW-Hersteller, wie ein fahrerloser Schneeräumeinsatz auf Flughäfen umgesetzt werden kann.

 

Das winterliche Schneetreiben musste man sich auf dem ehemaligen Flugfeld bei Bad Sobernheim vor seinem inneren Auge vorstellen. Denn bei dem Daimler-Termin Mitte Oktober herrschten Sonnenschein und sommerliche Temperaturen. Schade eigentlich,
denn der LKW-Hersteller hatte zu einer ganz besonderen Präsentation geladen: Unter dem Projekttitel „Automated Airfield Ground Maintenance“ (AAGM) zeigten die Wörther vier fahrerlose Mercedes-Benz-Arocs-Sattelzugmaschinen für die Schneeräumung auf dem Flugfeld – automatisiert und im ferngesteuerten Verbund. Beteiligt an der Entwicklung dieser innovativen Versuchsfahrzeugen ist neben Daimler Trucks und der Daimler-Entwicklungsschmiede „Lab 1886“ auch die Fraport AG, die dieser Art der Flugfeld-Reinigungen mehrere Vorteile im Vergleich zum bisherigen konventionellen Räum-Verfahren attestiert. So sollen mit den neuen automatisierten Fahrzeugen Schneeräumeinheiten bei blitzartigem Einsetzen extremer Witterungslagen in den Wintermonaten nun punktgenau und somit hochpräzise von nur einem einzigen Fahrzeugführer durchgeführt werden können – ohne zusätzliche Fahrzeug- und Personaleinplanung. Fraport liefert, neben einem umfassenden Anforderungskatalog an automatisiert arbeitende Maschinen, zugleich die Schneeräumgeräte für den Test. Dazu zählen unter anderem vier sogenannte Kehr-Blas-Geräte, wie sie heute schon als Sattelauflieger hinter noch konventionellen Mercedes-Benz-Zugmaschinen arbeiten.

Innovative Fahrzeug-Schnittstelle
Ausgestattet sind die vier Arocs-Testfahrzeuge mit dem neuen Remote-Truck-Interface (RTI), einer Schnittstelle im Fahrzeug, mit der Fahrzeugfunktionen fernbedient und Daten ausgetauscht werden können. Das RTI ist das Herzstück der neuen Technik, bei der Daimler auf einen Wissens- und Entwicklungs-Fundus aus Projekten wie dem seriennahen Highway-Piloten und dem Highway-Pilot-Connect zurückgreifen kann. Über das RTI sind alle Fahrzeuge mittels telematischer Systeme voll vernetzt, fahren automatisiert und können im Fahrzeugverbund sowohl führen als auch folgen. Heißt konkret: Ein Konvoi-Führer wählt aus einer Flotte bereitstehender Sattelzugkombinationen eine beliebige aus und definiert diese als „Leit-Truck“. Im Folgenden bestimmt er mittels eines innovativen Bedienpanels im Fahrzeug die Anzahl und die Reihenfolge der weiteren Konvoi-LKW und macht einen Betriebs-Check-Up sowohl für seinen als auch für alle weiteren Sattelzüge. Der dahinter steckende Software-Aufwand ist enorm. So sind alle Fahrzeuge mit einer doppelten GPS-Ortung (DGPS, Differenzial-GPS) ausgestattet und verfügen über moderne „Vehicle-to-Vehicle“-Kommunikation („V2V“-Kommunikation). Zusätzlich gelingt durch das Zusammenspiel der Schnittstelle RTI sowie der Steuerungs- und Fernbedienungseinheit ein schneller und sicherer Datenaustausch zwischen Fahrzeugen. Damit das in Echtzeit funktioniert, findet alle 0,1 Sekunden ein kompletter Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen und der Hauptsteuerungseinheit des RTI statt. Übertragungstechnik im V2V-Bereich ist die „Digital Short Range Communication“ (DSRC).

 

Möchten Sie mehr lesen? Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft oder testen Sie die KFZ-Anzeiger Magazin-App!

KFZ-Anzeiger

KFZ-Anzeiger
Das Magazin für die Transportbranche

Heft 22/2017 vom
16. November

Ausgabe Online lesen

Blättern Sie online im aktuellen KFZ-Anzeiger E-Paper

Anzeige

Nutzfahrzeug-Spezialisten in Ihrer Region – Ihre Servicepartner vor Ort

KFZ-RegionalMit einem Klick zum Download als PDF-Datei.
Entdecken Sie alle aktuellen Daten aus den Regionalausgaben des KFZ-Anzeiger auch online!

Download

docstop_267Die Initiative zur medizinischen Unterwegsversorgung von Berufskraftfahrern/-innen

 

Besuchen Sie den KFZ-Anzeiger bei Facebook Besuchen Sie KFZ-Anzeiger bei Twitter Immer auf dem neusten Stand: mit dem KFZ-Anzeiger Newsletter

Nach oben

© KFZ-Anzeiger – Das Portal für die Transportbranche 2017