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17.09.2020

Oft unterschätzt: Cyberangriffe im Güterverkehr

Oft unterschätzt: Cyberangriffe im Güterverkehr

Während die Digitalisierung im effizienzgetriebenen Straßengüterverkehr in allen Unternehmensbereichen schnell voranschreitet, steht das Bewusstsein für den Schutz vor Cyberangriffen noch am Anfang. Das ist eines der Ergebnisse der „Nutzfahrzeugstudie 2020 – Cybersicherheit und Digitalisierung“ des Technologieunternehmens Continental.

Zwar nehmen vernetzte Lösungen in Lieferkette und Transport eine immer wichtigere Rolle ein, weil sie im starken Wettbewerb in der Transportbranche Effizienz-Vorteile bringen und Kosten senken. „Mit der Vernetzung steigen aber auch die Risiken für Cyberangriffe. Gleichzeitig sind insbesondere kleinere Unternehmen beim Schutz von Fuhrpark und Unternehmen vor Angriffen noch recht zögerlich, was Investitionen angeht“, erläutert Mathias Dehm, der den Bereich Forschung und Prozesse für Produktsicherheit bei Continental leitet. Auf ihre Bedürfnisse und Budgets stärker zugeschnittene Lösungen und eine kürzlich verabschiedete Regulierung des Feldes Fahrzeug-Cybersicherheit können Abhilfe schaffen. Für die Studie hat das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft Experten in Verbänden, Behörden, Speditionen und Technologiedienstleister im Rahmen von qualitativen Leitfadeninterviews befragt. Ergänzt wurde die Befragung durch ein Branchenpanel, für das infas Unternehmen der Transportbranche, Logistiker und Spediteure online interviewt hat.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Viele Unternehmen fühlen sich relativ sicher vor Cyberangriffen. Rund zwei Drittel der Befragten des Branchenpanels sehen sich sehr gut vor einem solchen Angriff geschützt, und nur rund die Hälfte der Unternehmen hat Abwehrmaßnahmen für ein Angriffsszenario auf Logistik- oder Flottenmanagementsysteme getroffen. Drei Viertel planen keine größeren Investitionen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten. Dieses relativ hohe Sicherheitsgefühl kann auch Risiken bergen. „Flotten standen zwar bislang nicht im Rampenlicht der Diskussion um Cyberkriminalität, sind aber aufgrund ihrer Ladung wie zum Beispiel Gefahrgut, ihrer Flottengröße und ihrer wirtschaftlichen Wichtigkeit lohnende Angriffsziele. Es gibt also durchaus Gefährdungspotenziale für Logistikunternehmen, beispielsweise wenn kriminelle Hacker Flotten stilllegen, um Lösegeld zu erpressen“, sagt Mathias Dehm.

Generell gilt die Faustformel: Je größer das Unternehmen, desto größer ist auch das Bewusstsein für Probleme der Cybersecurity. „Es existiert eine Cybersecurity-Kluft zwischen den wenigen großen Playern und einer Vielzahl kleinerer Unternehmen. Während die Konzerne Strategien entwickeln, IT-Spezialisten anheuern und eigene Cybereinheiten aufstellen, fehlen kleineren Betriebe oft die finanziellen Mittel dazu und auch der Fokus auf das Thema“, so Mathias Dehm. Das sei gerade in der margenschwachen Logistikbranche, wo jeder Cent für eine Investition umgedreht werden muss, ein Problem. Tatsächlich ist die Branche laut der letzten Erhebung des Bundesamtes für Güterverkehr ganz überwiegend von klein- und mittelständischen Unternehmen geprägt. Neben gesetzlichen Regelungen wird es darauf ankommen, den Unternehmen, insbesondere kleineren, bezahlbare Lösungsangebote zu machen, die sich noch stärker auf deren Bedürfnisse einstellen.

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