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06.11.2019

Wintertipps für den Truck

Wintertipps für den Truck

Schnee und Eis in der kalten Jahreszeit machen es LKW-Fahrern schwer, und es ist doppelte Vorsicht geboten. Der ADAC-Truckservice, für den mit Herbst und Winter die heiße Phase beginnt, hat nützliche Wintertipps für den Truck zusammengestellt.

Das A und O im Winter ist die richtige Bereifung. Bei Glätte, Schnee oder Matsch sind Winterreifen an allen permanent angetriebenen Antriebsachsen von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen Pflicht. Die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe liegt bei 1,6 Millimetern. Besser sind vier Millimeter Restprofil und mindestens eine mit sechs Millimetern Restprofil ausgestattete Antriebsachse. Nicht vergessen: Beim Radwechsel sollten nach 50 bis 100 Kilometern die Radmuttern nachgezogen werden.

Außerdem ist es ratsam, die Schneeketten zu kontrollieren und das Anlegen der Ketten zu trainieren. Letzteres fordert selbst erfahrene LKW-Lenker immer wieder heraus.

Neben dem Profil ist für guten Grip vor allem die Kontrolle des Reifendrucks wichtig. Ist er zu hoch oder zu gering, setzt sich das Profil schneller zu, der Bremsweg verlängert sich und das Fahrzeug kommt leichter ins Rutschen. Zudem steigt der Spritverbrauch, die Reifen verschleißen schneller oder platzen sogar.

Die Strafen für nicht angepasste Bereifung liegen bei 60 Euro, 80 Euro werden bei Behinderung und 120 Euro bei einem Unfall fällig, jeweils zuzüglich eines Punkts.
Wer im Ausland unterwegs ist, sollte sich über die Rechtsvorschriften bezüglich Winterreifen und Schneeketten auf der Route schlau machen, denn die variieren in Europa erheblich. Bei Missachtung von nationalen Winterreifenpflichten drohen teilweise drastische Strafen bis hin zu Einreiseverboten, Führerscheinentzug und Bußgeldern bis zu 5.000 Euro.

Die Klassiker unter den LKW-Winterpannen sind schwache Batterien, Defekte an der Beleuchtung und eingefrorene Bremsventile. Zu den häufigsten Einsätzen des ADAC-Truckservice während der kalten Jahreszeit gehören Pannen infolge von kältebedingt tiefentladenen Batterien. Viele elektrische Verbraucher und die höhere Belastung beim Anlassen eines kalten Dieselmotors fordern die Batterie zusätzlich. Meist zeigt sich schon am ersten richtig kalten Tag, ob die Batterie noch genügend Kraft hat. Stimmt die Säuredichte, können selbst hohe Minusgrade der Batterie nichts anhaben.

Um ein Versagen der Bremse zu verhindern, müssen der Frostschutz im Bremssystem geprüft und die Entwässerungsventile an Druckluftkesseln proaktiv betätigt werden.

Anfällig für Korrosion infolge von Nässe und Salz sind alle Verbindungsteile aus Metall. Kabel mit Scheuerstellen, Batterieübergabepunkte oder Anhängersteckdosen sollten zur Vorbeugung regelmäßig gecheckt und gründlich gereinigt werden. Ein wachsames Auge sollte der Fahrer auf gesplittertes Plastik oder poröse Dichtungen haben, durch die Feuchtigkeit in die Lampen eindringen und einen Kurzschluss verursachen kann.

Eine angepasste Fahrweise ist bei Eis und Schnee angesagt. Bei schlechter Sicht durch Nebel, Schnee oder Regen (weniger als 50 Meter) gilt für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht zudem ein Überholverbot. Die Missachtung führt zu einem Bußgeld von 120 Euro und einem Punkt in Flensburg.

Außerdem gilt: Die Klimaanlage auch im Winter ab und zu einschalten, das hält die Dichtungen geschmeidig und garantiert, dass sie am ersten heißen Tag auch funktioniert.

Türgummis mit Hirschtalg behandeln verhindert ein Einfrieren der Tür. Die warme Decke gehört ins Fahrzeug, der Türschlossenteiser ins Handgepäck und nicht vergessen zu tanken, sobald die Tanknadel sich Richtung Viertelvoll neigt.

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