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19.12.2018

Unter Strom

Sauber und leise ins Werk: Porsche nimmt für die Logistik zum Standort Stuttgart-Zuffenhausen einen vollelektrischen MAN E-TGM in Betrieb. Es ist deutschlandweit das erste Fahrzeug dieser Art, das zum Serieneinsatz kommt.

 

Der abgasfreie und nahezu geräuschlose 32-Tonner ergänzt künftig die Nutzfahrzeugflotte für die Produktionslogistik in Stuttgart-Zuffenhausen. Der Porsche-Stammsitz steht derzeit im Zeichen der Produktionsvorbereitungen für den ersten vollelektrischen Porsche. Die gesammelten Erkenntnisse des ersten in Deutschland laufenden Praxistests sollen dem Münchner LKW-Hersteller wichtige Daten für die weitere Entwicklung des mittelschweren Elektro-Trucks liefern. Ab 2019 will MAN das Fahrzeug dann in einer ersten Kleinserie für eine größere Kundengruppe produzieren.

 

Zero-Impact-Factory

Mit der Integration des E-TGM in die Produktionslogistik macht Porsche einen weiteren Schritt auf dem Weg zur „Zero Impact Factory“. Dahinter steht der umweltbewusste Ansatz, dass das Unternehmen – bei Betrachtung der kompletten Wertschöpfungskette – keinerlei ökologischen Fußabdruck hinterlässt. Zu den zahlreichen „Zero-Impact-Factory“-Maßnahmen gehört auch, dass der Stuttgarter Automobilhersteller bereits seit zwei Jahren an allen Produktionsstandorten ausschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen nutzt.
Auch die Bahnlogistik von den Produktionsstandorten erfolgt ausnahmslos mit Naturstrom. Darüber hinaus elektrifiziert Porsche seine Logistikfahrzeuge –Transporter, LKW und Gabelstapler – zunehmend.

 

Emissionsfrei unterwegs

Bei dem batterieelektrischen LKW handelt es sich um einen MAN TGM 18.360 E 4x2 LL. Die Typenbezeichnung verrät seine Einteilung in die 18-t-Gewichtsklasse als Sattelzugmaschine, wobei die Gesamtzug-Kombination mit Sattelanhänger im Lieferverkehr auf 32 t Gesamtgewicht ausgelegt ist. Die Ziffer 360 steht für die Pferdestärken des 265-kW-starken E-Truck. Als Energiespeicher fungieren Li-Ion-Batterien mit einer Speicherkapazität von 149 kWh. Damit ist der E-Truck auf eine Reichweite von 130 km ausgelegt.
„Mit dem MAN E-TGM haben elektrische Nutzfahrzeuge einen großen Schritt in Richtung Serienreife gemacht und können ihre Stärken fortan verlässlich im Alltagsbetrieb ausspielen. Die gemeinsam mit Porsche in der regulären Werkslogistik gewonnen Erkenntnisse werden anschließend in eine erste Kleinserie einfließen, welche wir bereits nächstes Jahr, das heißt 2019, anbieten möchten“, so Manuel Marx, Leiter der Gesamtfahrzeugentwicklung bei MAN.
Zu den Stärken der Elektro-Fahrzeuge gehören, neben Geräuscharmut und CO2-Neutralität, auch geringerer Verschleiß und Wartungsaufwand – dank der Rekuperation durch den E-Antrieb, sprich Energierückgewinnung beim Bremsen, verzögert der Strom-LKW ohne Einsatz mechanischer Bremsen und dementsprechend auch ohne Bremsabrieb.
Eingesetzt wird das elektrisch betriebene Nutzfahrzeug im Lieferverkehr auf der knapp 19 km langen Strecke zwischen dem vom Logistik-Partner LGI Logistics Group International GmbH betriebenen Standort Freiberg am Neckar und dem Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen. Insgesamt soll der Einsatz des MAN E-TGM über 30.000 kg CO2 pro Jahr vermeiden.

 

Schnell, sauber, effizient

In Freiberg steht auch die Ladesäule für den Elektro-LKW. Bei ihr handelt es sich um ein erstes Modell der neuen Schnellladeinfrastruktur, wie Porsche Engineering sie auch für das künftige, vom Gemeinschaftsunternehmen Ionity betriebene Schnelllade-Netz entwickelt hat. Für diese Logistikanwendung ist die Ladeleistung auf maximal 150 kW/h ausgelegt. Das ist ausreichend, um den E-Truck innerhalb eines 45-minütigen Beladungsvorgangs für weitere 100 km Wegstrecke elektrisch aufzuladen.
Geladen wird – wie an allen Porsche Ladestationen – ausschließlich mit Naturstrom, sprich umweltfreundlicher Energie, gewonnen aus regenerativen Quellen.

 

Neues Abgasprüfzentrum

Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) hat am Standort Hannover sein neues Abgasprüfzentrum in Betrieb genommen. In der rund 1.000 m2 großen Halle werden auf zwei Prüfständen Fahrzeuge nach dem neuen WLTP-Verfahren („Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure“) getestet.
Anlass für den Neubau: Jedes Fahrzeug von VWN kann nur mit den Abgas- und Verbrauchswertangaben zugelassen werden, die nach dem neuen, in ganz Europa gültigen und genormten Messverfahren WLTP ermittelt werden. Daraus resultiert die Verpflichtung, auch die Serienproduktion kontinuierlich nach dem neuen Verfahren zu überprüfen.

 

Einsatz im BASF-Stammwerk

Ein Fassi-F2150-Hochleistungskran, der praktisch über die gesamte Lebensdauer auf ein und demselben Werksgelände stationiert ist und dort mitsamt dem zugehörigen Personal eine tagtäglich genutzte, schnelle Eingreiftruppe bildet: das in etwa war das Konzept für die jüngste Neuerwerbung des Kranunternehmens Riga Mainz.
Zwischen Leergewicht und zulässigem Gesamtgewicht gibt’s da eigentlich keinen Unterschied,“ scherzt Markus Söhnge, Projektplaner beim Kranunternehmen Riga Mainz, als er den letztenNeuzugang seines Unternehmens vorstellt. Und in der Tat: Dieser F2150 ist ein Trumm von einem Kran, das mit Leistungsdaten punktet, die man bei einem Ladekran nicht erwarten würde. Immerhin stemmt das Topmodell der Marke ein Hubmoment von bis zu 1.012 Kilonewtonmetern dem Himmel entgegen.
Zusammen mit seinem fahrbaren Untersatz, einem Arocs-3751-Vierachser, steht der F2150 seit 15 Monaten in den Diensten von Riga Mainz. Das Kranunternehmen hat das Fahrzeug ausschließlich für Einsätze auf dem Standort der BASF in Ludwigshafen abgestellt. Auf dem riesigen Werksgelände, dem größten zusammenhängenden Chemieareal der Welt, müssen regelmäßig Kessel, Reaktoren, Motoren oder Getriebe der umfangreichen Anlagen ausgetauscht oder auch völlig neue Produktionslinien eingerichtet werden.

Philipp Bönders

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