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24.06.2016

DSLV bedauert Brexit-Votum

Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) hat in einem Schreiben mit Bedauern auf die Entscheidung der britischen Bürger für einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union reagiert. Der Spitzenverband mahnt, die Errungenschaften des EU-Binnenmarktes jetzt nicht leichtfertig aufzugeben.

DSLV-Präsident Mathias Krage zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung Großbritanniens, das der drittgrößte Exportmarkt für Deutschland ist, der Europäischen Union den Rücken zu kehren: „Nun kommt es darauf an, dass die Regierung in London den Willen ihrer Bürger in einer für alle Seiten möglichst verträglichen Weise umsetzt. Zugleich gilt es, einen Dominoeffekt weiterer Austritte zu vermeiden und den Binnenmarkt auch in einer verkleinerten Union zu erhalten.“ Immerhin verliere die EU mit dem Brexit knapp 20 Prozent ihrer Wirtschaftskraft und 13 Prozent ihrer Arbeitnehmer. Gleichzeitig könne die Staatengemeinschaft ihre gemeinsamen Beschlüsse nicht zugunsten EU-kritischer Staaten beliebig aufweichen.

Krage rief die Bundesregierung dazu auf, sich für den Zusammenhalt in der EU einzusetzen und eine Strategie für das gemeinsame Europa der Zukunft zu entwickeln. Keinesfalls dürfe der Austritt Großbritanniens der Anfang eines Endes der Europäischen Union bedeuten, so der DSLV-Präsident: „Die international arbeitende, deutsche Speditions- und Logistikbranche profitiert ebenso wie ihre Kunden vom freien Personen, Kapital- und Warenverkehr in der EU, die zudem ein alternativloser Garant für Frieden und Wohlstand in Europa ist. Deshalb muss das Erfolgsmodell Europäische Union auch in dieser schwierigen Zeit unbedingt erhalten und stabilisiert werden.“

Über die möglichen wirtschaftlichen Folgen für die Branche könne man zum jetzigen Zeitpunkt nur spekulieren. Die ersten heftigen Reaktionen an den Börsen zeigten aber, dass die befürchteten wirtschaftlichen Nachteile für alle Seiten eintreten könnten, so Krage. „Der Handel mit Großbritannien wird auch nach einem Austritt aus dem europäischen Binnenmarkt nicht einfach abbrechen und Speditionen werden Lösungen zu Überwindung neuer administrativer Hürden entwickeln. Wie sich das Preisgefüge und die Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen entwickeln werden, steht heute noch in den Sternen. Es  wird sicher nicht einfacher und höhere Logistikkosten sind nicht auszuschließen. “

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