Neuer Ladepark für E-Lkw im Seehafen Kiel
Jahr für Jahr bewegen sich rund 180.000 Lkw und Trailer durch den Seehafen Kiel. Damit ist er einer der lebendigsten Häfen der Ostsee und ein wichtiger Knotenpunkt im deutschen wie im europäischen Logistiknetz – und genau hier haben ENGIE Vianeo, die Tochtermarke für E-Ladeinfrastruktur innerhalb der ENGIE-Gruppe, und PORT OF KIEL heute, am 1. September 2026, einen neuen E-Ladepark mit acht Ladepunkten für Lkw eröffnet. Vor Gästen aus der Logistikbranche und der Politik stellten Claus Ruhe Madsen, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, und Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein, bei der offiziellen Eröffnung die hohe Bedeutung des Pionierprojekts für den Wirtschaftsstandort Kiel ebenso wie für die Verkehrswende in Deutschland heraus.
„Wir stehen gemeinsam vor der Herausforderung, unsere Transporte klimaneutral zu gestalten. Der PORT OF KIEL ist einer der wichtigsten Frachthäfen im Ostseeraum und errichtet seine neue Ladeinfrastruktur genau dort, wo bereits heute ein hohes Aufkommen an schweren Nutzfahrzeugen besteht und längere Standzeiten anfallen. Diese Wartezeiten können in Kiel künftig sinnvoll genutzt werden. Projekte wie dieses sind entscheidend für eine nachhaltige Zukunft. Denn die Zukunft ist elektrisch – auch im Verkehrsbereich“, so Tobias Goldschmidt.
Frank Lacroix, Executive Vice President Local Energy Infrastructures, ENGIE, betonte: „Europa kann seine Klimaziele nur erreichen, wenn auch der Schwerlastverkehr erfolgreich transformiert wird. Entscheidend ist dabei, dass dieser Wandel zugleich die wirtschaftliche Stärke Europas unterstützt. Die Elektrifizierung bietet eine einzigartige Chance, die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern zu verringern und den europäischen Güterverkehr resilienter und wettbewerbsfähiger zu machen. Der Ladepark, den wir heute in Kiel eröffnen, ist ein konkreter Baustein für ein europäisches Logistiksystem, das auf sauberer, in Europa erzeugter Energie basiert.“
Zudem sagte Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG, in seiner Rede: „Wir sind stolz, dass wir durch die neue Ladeinfrastruktur den Seehafen Kiel als zentralen Bestandteil des Lkw-Ladekorridors in Europa aufstellen und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit europäischer Häfen erbringen. ENGIE Vianeo ist für uns der richtige Partner auf diesem Weg. Gemeinsam bringt uns dieses Leuchtturmprojekt einen wichtigen Schritt weiter zum Ziel von PORT OF KIEL, ein klimaneutral betriebener Hafen zu werden.“
Kieler Ladepark für Lkw als Pionierprojekt
Die vier neu eröffneten Ladestationen mit beidseitigen Ladepunkten für Lkw befinden sich am Kieler Ostuferhafen, nahe gelegen am Fährpunkt ins Baltikum und nach Nordschweden. Ein weiterer Standort mit vier Ladepunkten am Norwegenkai, von wo aus die Fähren nach Norwegen starten, ist in Planung. Insgesamt wird es dann acht Ladepunkte am Ostuferhafen und vier Ladepunkte am Norwegenkai geben, die mit dem Combined Charging System (CCS)-Standard ausgestattet sind und eine maximale Ladeleistung von 400 Kilowatt bereitstellen. Dabei versorgen sämtliche Ladepunkte die Fahrzeuge mit 100 Prozent Grünstrom aus erneuerbaren Energien.
Weiterhin ermöglichen die Standorte sowohl bereits jetzt am Ostuferhafen als auch künftig am Norwegenkai Schnell- und Übernachtladen, wodurch die Frachtführenden optimale Bedingungen erhalten, um die gesetzlich vorgegebenen Ruhezeiten einzuhalten. Da alle Ladestationen gezielt an zentralen Knotenpunkten der Logistik im Hafen installiert sind, tragen sie nicht nur dazu bei, die Abläufe zu optimieren, sondern stärken gleichermaßen die Attraktivität des Standorts für Transportunternehmen, die auf nachhaltige Mobilität setzen.
Strategische Bedeutung für zentrale Verkehrskorridore
Mit dem Ladepark am PORT OF KIEL geht der erste deutsche Standort von ENGIE Vianeo in Betrieb. Mit europaweit mehr als 11.000 Ladepunkten – darunter 900 an französischen Autobahnen und etwa 7.000 in Belgien – zählt ENGIE Vianeo zu den Vorreitern beim Ausbau von Ladeinfrastruktur und strebt 25.000 Ladestationen in ganz Europa, darunter 1.000 speziell für Schwerlastfahrzeuge, bis 2030 an. Auf dem deutschen Markt ist das Unternehmen seit Juli 2025 aktiv und zählt bereits das Mandat des Bundes und der Autobahn GmbH für 26 Ladeparks des geplanten Lkw-Schnellladenetzes in Deutschland sowie Aufträge von Euro-Rastpark und von 24-Autohöfe zu den aktuellen Referenzprojekten.
Alle genannten Ladeparks befinden sich an zentralen deutschen und europäischen Güterverkehrsachsen, wie Jan-Niklas Ellerich, Geschäftsführer von ENGIE Vianeo in Deutschland, erläutert: „Unser Ziel bei ENGIE Vianeo ist es, die Transformation des Schwerlastverkehrs in Deutschland und in ganz Europa nachhaltig voranzubringen. Deshalb fokussieren wir uns in Deutschland auf Standorte, die an strategisch wichtigen Transitkorridoren liegen, um den Ausbau der Elektromobilität für Lkw gezielt zu fördern. Dabei können wir die umfassende Energieexpertise aus der ENGIE-Gruppe einbringen.“
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Foto: ENGIE Deutschland / Peter Lühr









