Enthüllung eines neuen MAN eTGX mit mehr Reichweite, Effizienz und Sicherheit
Weltpremiere auf der IAA: MAN Truck & Bus hat auf der IAA Transportation 2026 einen neuen vollelektrischen eTGX für den schweren Fernverkehr enthüllt. Sein Design kennzeichnet eine um 120 Millimeter nach vorne gezogene Fahrzeugfront, mit der MAN die EU-Längenvorgaben für Zero-Emission-Fahrzeuge zur Optimierung von Aerodynamik und Sicherheit nutzt. Kombiniert mit einer neuen Batteriegeneration mit zehn Prozent mehr nutzbarer Energie, verglichen mit der Vorgängergeneration, sowie bis zu 20 Prozent leistungsstärkerer Rekuperation soll der neue MAN eTGX um bis zu drei Prozent effizienter als das Vorgängermodell performen.
Bei einer typischen 4×2-Sattelzugmaschine mit sechs Batterien und 552 kWh Gesamtkapazität steigt die Reichweite dadurch auf bis zu 660 Kilometer. Bis zu 720 Kilometer kann die künftig ebenfalls verfügbare 6×2-Sattelzugmaschine mit sieben Batterien und 644 kWh Gesamtkapazität ohne Zwischenladen erreichen. Dabei bleiben Modularität, geringe Baugröße und Gewicht der Batteriemodule unverändert. Einen Zugewinn gibt es bei der Antriebsleistung, die laut Hersteller künftig bis 598 PS reicht.
Kürzere Ladezeiten
Ladestopps fallen mit dem von MAN bereits seit Juli in Serie produzierten optionalen MCS-Ladeanschluss besonders zeitsparend aus. Mit der maximalen Ladeleistung von 750 kW soll das Wiederauffüllen der Batterien in rund 30 Minuten möglich sein und kann damit während der Lenkzeitpause des Fahrers stattfinden können. Die optimierte Fahrzeugfront des neuen MAN eTGX sorgt neben der verbesserten Effizienz zusätzlich für mehr Sicherheit: In Verbindung mit einem tiefer gezogenen Frontscheibenrahmen und einem neuen Tiefsichtfenster in der Beifahrertür hat der Fahrer bessere direkte Sicht auf andere Verkehrsteilnehmer vor und neben dem Fahrzeug. Damit erfüllt er schon jetzt kommende gesetzliche Vorgaben.
„Mit dem neuen MAN eTGX machen wir den nächsten großen Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung des Fernverkehrs. Die Kombination aus neuer Batteriegeneration, nochmals höherer Reichweite, Megawatt-Laden und einem konsequent auf Effizienz ausgelegten Fahrzeugdesign schafft für unsere Kunden einen spürbaren wirtschaftlichen Mehrwert im täglichen Einsatz. Zugleich verbessern wir die direkte Sicht und damit die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer“, sagt Alexander Vlaskamp, Vorsitzender des Vorstands von MAN Truck & Bus.
Design, Effizienz und Komfort
Die um 120 Millimeter verlängerte, strömungsoptimierte Fahrzeugfront des MAN eTGX mit Single-Frame-Grill, durchgehendem Nebelscheinwerferband und optimierten Windleitblenden reduziert den Luftwiderstand und trägt damit zur höheren Reichweite bei. Durch die Verlängerung der Front in Verbindung mit einer Absenkung des Armaturenbrettes und einer tiefer liegenden Scheibenwischeranlage ergibt sich eine bessere Sicht des Fahrers auf andere Verkehrsteilnehmer unmittelbar vor dem Fahrzeug. Zusätzliche Sicherheit schafft das neue Tiefsichtfenster in der Beifahrertür, das beim Abbiegen einen besseren Blick auf das Nahfeld rechts neben dem Fahrzeug ermöglicht. Es verfügt über eine Innen- und Außenscheibe zur Verbesserung der Innenraumakustik, eine Belüftung gegen Beschlagen, kann zur Reinigung geöffnet werden und schützt durch seine Tönung zudem die Privatsphäre des Fahrers. Ein verlängerter Vorhang sorgt in Ruhezeiten für zusätzlichen Sichtschutz.
Wer noch mehr Individualität erreichen möchte, kann den neue eTGX als MAN Individual Lion S Paket bekommen, das unter anderem ein schwarzes Optikpaket, eine neu gestaltete Frontklappe, ein seitliches Designfenster, eine Seitenvollverkleidung sowie einen schwarzen Dachlampenbügel mit zweireihigen LED-Lightbars umfasst. Im Fahrerhaus erleichtern zahlreiche neue Komfortfunktionen den Arbeitsalltag, darunter kabelloses Laden für Smartphones, EasyControl-Tasten auch an der Beifahrertür, eine leistungsstärkere 230-Volt-Steckdose mit bis zu 1,2 kW Leistung, ein beheizbarer Frontspiegel für bessere Sicht bei widrigen Wetterbedingungen sowie eine mechanische Nachtverriegelung für zusätzlichen Schutz während der Ruhezeiten.
Neue Batteriegeneration
Den zehnprozentigen Zugewinn der nutzbaren Energie der neuen Batteriegeneration erreicht MAN durch Verbesserungen in der Zellchemie. Kompakte Baugröße und variable Kombinierbarkeit der Batterien bleiben unverändert, ebenso wie das geringe Gewicht der Batterien: die 4×2 Sattelzugmaschine mit 10,7 Tonnen Leergewicht bietet mit einem Standard-Auflieger bis zu 25 Tonnen Nutzlast – vergleichbar mit der eines Diesel-Sattelzugs. Die Steigerung der nutzbaren Kapazität auf 95 Prozent macht sich deutlich bemerkbar: Bei nun 92 kWh Bruttokapazität pro Batteriepack bedeutet dies 88 kWh, die für den Fahrzeugbetrieb zur Verfügung stehen. Der auf der IAA Transportation vorgestellte neue eTGX verfügt als 4×2 Ultrasattelzugmaschine trotz niedriger Aufsattelhöhe und kurzem Radstand von 3,75 Metern über sechs Pakete der neuen Batteriegeneration mit insgesamt 552 kWh Gesamtkapazität. Bei sechs Batteriepacks entspricht dies einer maximal möglichen Reichweite von 660 Kilometern, bzw. weit über 500 Kilometern unter realen Bedingungen im typischen Fernverkehrseinsatz
Die neue Batterietechnologie geht einher mit einer neuen Motorisierung von 440 kW und 598 PS für den elektrischen Antrieb, der nach Angaben von MAN nun in allen Leistungsstufen eine deutlich höhere Rekuperationsleistung bietet. Diese trägt zusammen mit den aerodynamischen Verbesserungen wesentlich zu den drei Prozent besserer Energieeffizienz im Vergleich zur bisherigen eTruck Generation bei. Neben der neuen 598 PS (440 kW) Motorisierung mit 480 kW maximaler Rekuperationsleistung ergänzen eine neue 490 PS (360 kW) und 349 PS (290 kW) Leistungsstufe mit bis zu 420, beziehungsweise 320 kW Rekuperationsleistung das Angebot. Die hohe mögliche Energierückspeisung durch Rekuperation ist ein weiterer Vorteil der von MAN für den Einsatz in Nutzfahrzeugen verwendeten NMC-Batterietechnologie. Eine hohe Rekuperationsleistung bedeutet zudem eine hohe Dauerbremsleistung, was zusätzlich zur Fahrsicherheit beiträgt. Mit den neuen Motorisierungen bietet MAN für eTGX und eTGS nun ein lückenloses Antriebsportfolio von 333 bis 598 PS.
Dreiachsige Sattelzugmaschine mit siebter Batterie
Ebenfalls neu mit der neuen Batteriegeneration ist eine siebte Batterie für Sattelzugmaschinen. MAN hat dieses Konzept auf der IAA Transportation 2026 anhand einer aktuellen 6×2 Sattelzugmaschine vorgeführt. Das Fahrzeug verfügt über einen über MAN Individual erhältlichen, aerodynamisch optimierten Frontbügel am Stoßfänger, durch den das Fahrzeug alle Voraussetzungen erfüllt, um die Möglichkeiten der neuen gesetzlichen EU Abmessungs- und Gewichtsvorgaben für Zero Emission-Fahrzeuge vollumfänglich zu nutzen.
Die dadurch mögliche Verwendung einer drei- statt zweiachsigen Sattelzugmaschine lässt eine weiter nach hinten verschobene Sattelkupplung zu, wodurch Raum für die siebte Batterie entsteht, die quer hinter dem Fahrerhaus angeordnet ist. Trotz ihrer flachen und langgezogenen Bauform bietet diese ebenfalls 92 kWh Bruttokapazität bei gleicher Robustheit und Langlebigkeit wie die kubusförmige Standardvariante – ein klarer Vorteil der MAN Strategie, speziell auf den Einsatz in Lkw und Bussen ausgelegte Batterien selbst zu entwickeln und im Werk Nürnberg nach den eigene Bedarfen zu produzieren. Mit der siebten Batterie steigt die Gesamtbatteriekapazität auf 644 kWh.
Neuerungen bei Assistenzsystemen
Bis zu 720 Kilometer Reichweite sind damit maximal möglich, über 600 Kilometer typische Reichweite unter alltäglichen Fernverkehrsbedingungen realistisch realisierbar. In Kombination mit der neuen 598 PS Motorisierung ist die 6×2 Sattelzugmaschine mit sieben Batterien und einer Sattellast von 15 Tonnen zudem eine leistungs- und reichweitenstarke Antwort auf künftig höhere zulässige Gesamtgewichte bei unveränderten Achslastlimitierungen. Die lenkbare Nachlaufachse verleiht der neuen Sattelzugmaschinevariante trotz ihrer drei Achsen eine hohe Wendigkeit.
Für alle Truck-Baureihen hat MAN zudem zur IAA 2026 zahlreiche Neuerungen bei Assistenz- und Sicherheitssystemen vorgestellt, die künftig für mehr Effizienz, Sicherheit und Komfort sorgen sollen: Der vorausschauende Tempomat EfficientCruise integriert Verkehrsinfrastruktur auf intelligente Weise. Das Zusammenspiel der Systeme FrontDetection, Abbiege- und Notbremsassistent bietet schwächeren Verkehrsteilnehmern vor und neben dem Fahrzeug noch besseren Schutz auch im niedrigen Geschwindigkeitsbereich. Ergänzt wird das Angebot durch zahlreiche digitale Services sowie ein umfassendes Ökosystem rund um Elektromobilität, Laden und Energieversorgung.
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Foto: Jürgen Schnackertz









