Kögel, TSR Resource und Remondis starten Pilotprojekt für Trailer mit hohem Rezyklatanteil
Der Trailer der Zukunft beginnt mit dem Trailer der Vergangenheit: Kögel Trailer, TSR und Remondis gehen mit einem gemeinsamen Pilotprojekt einen wichtigen Schritt hin zu einem nachhaltigeren Trailerbau. Ziel ist es, zunächst einen Konzepttrailer mit einem maximal hohen Anteil an Recyclingrohstoffen zu entwickeln und in die praktische Erprobung zu überführen. Grundlage dafür sind unter anderem Erkenntnisse aus der Demontage und Analyse ausgedienter Trailer. Auf der IAA Transportation 2026 unterzeichneten die drei Unternehmen dazu einen Letter of Intent. Sie verfolgen damit ein gemeinsames Ziel für einen nachhaltigeren Materialkreislauf, in dem auch ausgediente Trailer zum Ausgangspunkt für neue Fahrzeuge werden.
Kögel bringt als Trailerhersteller das Fahrzeug sowie sein Wissen über Bauteile und eingesetzte Materialien in das Projekt ein. TSR übernimmt neben der Demontage und Aufbereitung ausgedienter Trailer vor allem die technische Begleitung bei der Entwicklung geeigneter Rücknahme- und Recyclingprozesse sowie bei der Rückführung der gewonnenen Recyclingrohstoffe. Das erste auf dieser Grundlage entwickelte Fahrzeug werden Remondis und TSR anschließend in die praktische Erprobung nehmen. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Kreislaufwirtschaft bereits bei der Entwicklung und Herstellung eines Trailers berücksichtig werden kann.
Konzepttrailer mit möglichst hohem Rezyklatanteil
Im ersten Teil des gemeinsamen Projekts steht die Verwendung von Post-Consumer-Materialien bei der Herstellung eines neuen Trailers im Mittelpunkt. Innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre wollen die Projektpartner einen Kögel Trailer entwickeln, der einen möglichst hohen Anteil recycelter Materialien enthält. Dabei soll technisch nachgewiesen werden, welche Bauteile und Materialien aus ausgedienten Trailern wieder für einen neuen Trailer eingesetzt werden können. „Das ist ein Pilotprojekt. Aber es geht vielmehr darum, zu zeigen, dass man nicht alles neu produzieren muss. Wir können aus gebrauchten Rohstoffen Recyclingmaterial gewinnen und wiederverwenden. Die Qualität eines zukünftigen Trailers soll dabei genauso gut sein wie die eines Fahrzeugs, das aus neuen Rohstoffen hergestellt wurde“, erklärt Sascha Hähnke, Geschäftsführer der Remondis Sustainable Services GmbH.
Neben der technischen Machbarkeit werden die Projektpartner untersuchen, welche Potenziale der Einsatz von Recyclingrohstoffen für resilientere Lieferketten und perspektivisch für eine stabilere Rohstoffbeschaffung bietet. Einbezogen werden dabei auch Lieferanten, mit denen technische Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten entlang der Lieferkette betrachtet werden sollen. „Das Potenzial, das wir sehen, ist enorm. Wir glauben fest daran, dass wir mit unseren Produkten heute schon Primärrohstoffe in der Herstellung eines neuen Trailers ersetzen können“, sagt André Zick, Business Development Manager bei der TSR Resource GmbH & Co. KG.
Der Trailer der Zukunft beginnt mit dem Trailer der Vergangenheit
Eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung des Konzepttrailers liefert die Analyse eines ausgedienten Fahrzeugs. Um ein besseres Verständnis für die Materialzusammensetzung und die heutige Recyclingfähigkeit zu bekommen, wurde ein Kögel LIGHT PLUS mit einem Gesamtgewicht von 5.960 Kilogramm bei TSR vollständig demontiert und zerlegt. Die einzelnen Komponenten wurden analysiert und in definierte Materialfraktionen getrennt. Dabei entfiel rund die Hälfte der Masse auf Stahl, ein Fünftel auf Aluminium und circa zwölf Prozent auf Altholz.
Für TSR ist die detaillierte Zerlegung ein wichtiger Schritt, um die Zusammensetzung eines Trailers und damit die Anforderungen an die nachfolgenden Recyclingprozesse zu bestimmen. Denn erst nach der vollständigen Demontage lässt sich erkennen, welche Materialien in welcher Form und Qualität zurückgewonnen werden können. Zugleich liefert die Zerlegung Erkenntnisse darüber, an welchen Stellen die spätere Demontage und Rückgewinnung bereits bei Planung und Konstruktion eines neuen Trailers stärker berücksichtigt werden kann.
Vom alten Trailer zurück in den neuen
Auf den Erkenntnissen aus der Zerlegung baut der zweite Projektteil auf. Die Partner werden untersuchen, unter welchen technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen die zurückgewonnenen Materialien wieder in die Herstellung neuer Fahrzeuge einfließen können.
Die Ergebnisse des ersten Demontageversuchs zeigen nach Einschätzung der Projektpartner ein erhebliches Potenzial für die Rückgewinnung von Wertstoffen. Entscheidend ist dabei die möglichst sortenreine Trennung der Materialien. Sie verbessert die Qualität der gewonnenen Recyclingrohstoffe und reduziert Verluste bei der weiteren Verarbeitung. Neben der technischen Machbarkeit werden auch Mengenpotenziale, die notwendigen Rücknahmeprozesse sowie die Wirtschaftlichkeit des Ansatzes untersucht.
Vom Pilotprojekt zum Materialkreislauf
Für Kögel ist das Projekt ein weiterer Schritt im Rahmen des Unternehmensansatzes „Because we care“. Dabei steht weniger die reine Verwertung eines Altfahrzeugs im Mittelpunkt als die Frage, wie sich die darin enthaltenen Rohstoffe möglichst vollständig für weitere Produkte nutzen lassen.
„Unsere Vision ist, dass wir in den kommenden ein bis zwei Jahren einen fertigen Trailer zeigen können. Jede Vision beginnt mit dem ersten Schritt. So ist langfristig unser Ziel, auch andere Produktsegmente in den Kreislauf zurückzuführen. Für mich ist unter anderem der Kögel Cool Liteshell ein Fahrzeug, das sich durch seinen einzigartigen Aufbau für die Wiederverwertung eignet. Entscheidend ist, ins Handeln zu kommen und mit konkreten Projekten den Weg in die Zukunft zu ebnen“, sagt Thore Bakker, CSO bei Kögel.
Langfristig verfolgen die Projektpartner das Ziel, einen Materialkreislauf zu etablieren, in dem die in ausgedienten Trailern enthaltenen Materialien zum Ausgangspunkt für die nächste Trailer-Generation werden.
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Foto: Kögel Trailer GmbH
Von links nach rechts: Sascha Hähnke, General Manager, Remondis Sustainable Services GmbH, André Zick, Business Development, TSR Resource GmbH & Co. KG und Thore Bakker, CSO, Kögel Trailer GmbH









