Daimler Truck-Manager Christian Wilz im Podcast
Elektro, Wasserstoff, Weltumrundung: Wie bewähren sich die Elektro-Lkw von Daimler Truck im Speditionsalltag? Und wie schlägt sich der eActros 600 als Expeditionsmodell bei seiner Weltumrundung? Wie sehen die Perspektiven für Wasserstoff aus und welche weiteren Herausforderungen sind bei der Antriebswende zu meistern?
In Episode #14 des Podcast-Formats AntriebsWEDE & ModeRATHMANN steht Christian Wilz, CEO von Mercedes-Benz Trucks Germany, den beiden Podcastern Christoph Wede und Matthias Rathmann Rede und Antwort. Gemeinsam blicken sie zurück auf die IAA Transportation. Dort hat der Manager viel Aufbruchstimmung wahrgenommen und eine Vielzahl an Kundengesprächen geführt. Am Stand von Daimler Truck zu bestaunen gab es unter anderem einen eActros 600 als Lowliner, den Mercedes-Benz Next GenH2 Truck und das Expeditionsmodell von Elektrotrucker Tobias Wagner, mit dem er von Hannover aus zur Weltumrundung gestartet ist – in Anlehnung an Jules Verne in 80 Ladesäulen um die Welt.
Elektro in mehr als 30 Prozent der TCO-Betrachtung die Nase vorn
Steht bei Tobias Wagner das Abenteuer im Vordergrund, ist der Fokus der Speditionen die Wirtschaftlichkeit. Christian Wilz spricht von hervorragenden Rückmeldungen der Kunden. Er schätzt, dass in mehr als 30 Prozent der Einsatzfälle der eActros 600 in der TCO-Betrachtung die Nase vorn hat. Nach einer nun veröffentlichten Umfrage unter rund 200 Flottenentscheidern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind es sogar mehr als 40 Prozent. Auch die Reichweite sei in der Praxis deutlich höher als die offiziell kommunizierten 500 Kilometer. „Aber zur Wahrheit gehört auch, dass die Ladeinfrastruktur für den Einsatzzweck vorhanden sein muss“, sagt der Podcast-Gast und sieht hier alle Akteure in der Pflicht, schneller zu werden. „Aktuell sind wir zu langsam.“
Der Mercedes-Benz Trucks Deutschland-Chef hat bei der Elektrifizierung auch ein Faible für Branchenlösungen – zum Beispiel die Entsorgung. „Nischenbranchen sind unentbehrlich“, sagt er. Wenn die Fahrzeuge stehen, hätten alle ein Riesenproblem. Einen ganzen Tag lang wollte sich Wilz selbst ein Bild vom Praxiseinsatz eines eEconic machen und half bei der Frankfurter Müllabfuhr. Fasziniert zeigt er sich auch vom reEconic – einem Konzeptfahrzeug, das mit einer Vielzahl an Recyclingteilen ausgestattet wurde. Hier sieht Wilz für die Zukunft noch weiteres Potenzial – auch um sich unabhängiger von anderen Rohstoffmärkten zu machen.
Wettberwerbsdruck und Wasserstoff-Chancen
Über Resilienz, die Volatilität des Geschäfts und die neuen Player aus China sprechen Zero Emission-Experte Christoph Wede und Fachjournalist Matthias Rathmann mit der Daimler Truck-Führungskraft ebenfalls. Angst habe er vor den asiatischen Marktbegleitern nicht. „Aber ich habe vor jedem Lkw-Hersteller Respekt.“ Am Ende zähle aber nicht nur das Produkt, sondern das Zusammenspiel mit dem Servicenetz, der Teileverfügbarkeit und den gut ausgebildeten Fachkräften in den Werkstätten.
Einen Ausblick gibt Christian Wilz auch auf die weiteren Pläne mit Wasserstoff: Ende des Jahres sollen die ersten Trucks in einer Kleinserie von 100 Einheiten des neuen Next GenH2-Trucks auf die Straße kommen, der erste bei Dachser. „Wasserstoff wird seine Berechtigung haben, davon sind wir zutiefst überzeugt“, erklärt der Podcast-Gast. Zum einen könne man die Stromnetze und Ladeinfrastruktur gar nicht schnell genug ausbauen, wie es erforderlich sei, um alle Lkw zu elektrifizieren. Außerdem werde es immer Antriebs- und Einsatzzwecke geben, wo entweder mehr Nutzlast oder auch längere Reichweiten erforderlich sind.
Medienpartner des Podcast-Formats AntriebsWEDE & ModeRATHMANN ist der KFZanzeiger. Am besten gleich reinhören, den Podcast weiterempfehlen und den Machern ein Feedback geben.
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