Der Klassiker MHPS 44/3N von Meiller ist Geschichte – Meiller präsentiert den Grandload mit neuer Bezeichnung
Weiterentwickelte Kippsattelanhänger von Meiller: Mit der umfangreichen technischen Überarbeitung und Detailverbesserung des Kippsattels führt der Münchner Aufbauhersteller mit Grandload eine neue Bezeichnung für seinen Bestseller im Schüttguttransport ein.
Die wesentlichsten Änderungen hat Meiller am verwindungssteifen Chassis aus geschweißten Längs- und Torsionsquerträger vorgenommen und den KTL (kathodische Tauchlackierung)-grundierten Fahrwerkrahmen (bis 7,6 Meter Länge) damit umfassend erneuert. Vor allem am Rahmenkopf haben die Ingenieure von Meiller einiges verändert, Kritikpunkte der Kunden beseitigt und den markanten Schwanenhals glattgebügelt. Zudem lassen sich die Stahlprofile nun robotergesteuert schweißen, was eine langfristig gleichbleibend hohe Qualität und Fertigungsgenauigkeit garantiert. Gleichzeitig hilft diese konstruktive Veränderung, der Rissbildung bei starker Belastung entgegenzuwirken. Darüber hinaus wird das Bauteil dadurch weniger korrosionsanfällig. Beides erhöht die Lebensdauer.
Neues Kronenblech für komfortablere Bedienung
Parallel zur stabileren Ausführung des Kippsattelanhängers erhalten die Kunden ein größeres, massives Kronenblech mit deutlich mehr Abstand zwischen den einzelnen Anschlüssen für Elektrik, Luftdruck und Hydraulik. Der Fahrer bekommt dadurch einen leichteren Zugang zu den Versorgungsanschlüssen und kann die Kopplung des Kippsattels mit der Sattelzugmaschine schneller und komfortabler bewerkstelligen. Ferner gibt es jetzt eine neue, montierte Brückeneinführung ohne separate Kunststoffauflage, aber dafür mit Verstärkung im Längsträger. Künftig wird die Kippbrücke beim Ablassen nicht mehr von außen, sondern von innen in den Rahmen eingeführt. Das hat den Vorteil, dass sich die beide Gegenstücke besser ergänzen und in Fahrstellung eine stabilere Einheit bilden.
Durch den Wegfall der Schweißnaht zwischen Längsträger und Stirnwand fällt die bisherige Stufe am Grundrahmen weg, so dass die Mulde sanfter und gleichmäßiger in das Chassis gleiten kann. Für die Langlebigkeit dieses Vorgangs lässt sich bei Bedarf die geschraubte Brückeneinführung mit wenigen Handgriffen seitlich einstellen. Zusätzliche Distanzbleche sind dafür nicht nötig.
Hohe Stabilität ohne Nutzlastverlust
Eine weitere, wesentliche Neuerung ergibt sich beim Bedienstand des Kippsattels. Dank des geänderten Rahmenvorbaus lässt sich das Arbeitspodest nun einfacher an der Gegenplatte des Grundrahmens anbauen. Das ist wichtig, sobald der Kunde sich nachträglich für eine Aufrüstung mit einem Bedienstand entscheidet. Dazu wird das Stehpodest innerhalb des Rahmens montiert. Die Anschlusskonsole für die Versorgungsleitungen wandert dann mit nach vorn und befindet sich unterhalb der Kontrollplattform, um die Zugänglichkeit zu den Anschlüssen zu gewährleisten.
Um dem abrasiven Verschleiß am Heck zusätzlich entgegenzuwirken, kann der Ladeboden im hinteren Drittel des Aufliegers optional verstärkt ausgeführt werden. Die Materialstärke lässt sich dort bedarfsgerecht auf bis zu sechs Millimeter erhöhen. Einen Nutzlastverlust muss der Kunde dabei nicht in Kauf nehmen: In der Basisausführung bringt der Ganzstahlkipper kaum mehr als 5.600 Kilogramm auf die Waage.
Maßnahmen gegen vorschnelles Ausbeulen
Die Seitenwände der Meiller Mulde bestehen aus hochwertigem Verschleißstahl mindestens der Güte HBW 450, um ein vorschnelles Ausbeulen beim Transport von scharfkantigen Gesteins- oder Betonbrocken vorzubeugen. Der Übergang von der Stirnwand zur Seitenwand sowie deren Obergurte sind geometrisch entkoppelt. Auf der Innenseite sorgen Eckbleche als Zuganker für mehr Stabilität. Auch das geschlossene, von einem Roboter beidseitig dichtgeschweißte, Obergurtprofil bringt im Vergleich zu offenen Profilen ein deutlich höheres Widerstandsmoment gegen Biegung mit sich. Außerdem kann mit der geschlossenen Version kein Schüttgut im Obergurt hängen bleiben. Die Rückwandlagerung liegt innerhalb des Obergurtbereiches und befindet sich nicht im Laderaum, so dass auch dort nichts liegenbleiben kann.
Ausgerüstet sind die Grandload Kippsattel serienmäßig mit 80-Liter-Druckluftbehältern aus Aluminium für die Luftfederung. Um die Qualität weiter zu steigern, haben die Techniker die elektrischen Leitungen sicher im geschützten Bodenbereich neben dem Längsträger unter der Kippbrücke verlegt. Als Steckverbindung für die Elektrik verwendet Meiller ausnahmslos hochwertige und wasserdichte Superseal-Verbinder. Zur Ladungssicherung liefert das Unternehmen wahlweise eine Roll- oder elektrische Schiebeplanen, die die Kippsattel-Mulden für die Fahrt komfortabel und sicher verschließt. Dank eines pneumatischen Unterfahrschutzes am Heck braucht es für die Betätigung keine gesonderte Hydraulikausstattung am Lkw. Dadurch kann der Grandload auch mit jeder elektrisch angetriebenen Sattelzugmaschine genutzt werden.
Kippsattel-Serie erhält neue Bezeichnung
Der gesamte Stahlbau, die Hydraulikzylinder, die Hydraulik selbst, die Steuerung und auch die Planen-Systeme stammen aus einer Hand von Meiller. Achsen, Bremsen, Stoßdämpfer, Lager und Luftfedern kauft der Hersteller wie bisher von namhaften Lieferanten zu, was Haltbarkeit, Zuverlässigkeit und schnelle Ersatzteilversorgung garantiert. Zusätzlich lassen sich sämtliche Grandload Kippsattel durch eine Vielzahl an Optionen individualisieren.
Bei der Bezeichnung der Grandload Kippsattelserie vereinfacht Meiller die Typenbezeichnung. Künftig setzt sich die Bezeichnung nur noch aus drei Merkmalen zusammen: dem Aufbautyp, der Achsanzahl und der Nennlänge. So wird aus einem Grandload MHPS 44/3N zukünftig ein Grandload P3-76. „P“ steht dabei für die Halfpipe-Ausführung, die „3“ für drei Achsen und die „76“ für 7.600 Millimeter Länge. Als Sonderbezeichnung erhalten Thermomulden zum Abschluss noch ein „Ti“, so dass aus dem Kippsattel mit Halfpipe ein Grandload P3-76-Ti wird. Die neue Grandload Kippsattelserie ist ab jetzt bestellbar.
Der hohe Fahrkomfort, die perfekten Nachlaufeigenschaften, die optimale Straßenlage und die hohe Kippstabilität ergeben sich aus der gewichtsoptimierten und dennoch robusten Bauweise mit einer Standardspurbreite von 2.140 Millimetern, der niedrigen Bauhöhe und dem tiefen Gesamtschwerpunkt des Trailers. Die Aufbauten bieten eine hohe Anpassungsfähigkeit an die spezifischen Kundenanforderungen. So soll sich das Fahrzeug für Schüttgüter aller Art eignen – vom weichen Sand bis hin zum schweren Felsgestein. Über die niedrige Ladekante lässt sich die Mulde leicht befüllen und das Abkippen gelingt durch die tief liegende Schüttkante mühelos.
Foto: Franz Xaver Meiller Fahrzeug- und Maschinenfabrik – GmbH & Co KG









