E-Mission: Die Hergarten Gruppe will bis 2031 zur emissionsfreien Spedition werden
Die deutsche Transportbranche kämpft mit sinkenden Kapazitäten, dem immer größere werdenden Problem Fahrermangel und einer steigenden Zahl von Unternehmensinsolvenzen. Die Hergarten Gruppe stemmt sich gegen diesen Trend und will ein deutliches Zeichen für Zukunftssicherheit und nachhaltiges Wachstum setzen. Der auf Stückgut spezialisierte Logistikdienstleister hat den Startschuss für die vollständige Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte gegeben. Im Projekt E-Mission 2031 sollen in den nächsten fünf Jahren sämtliche Fahrzeuge durch emissionsfreie Elektro-Lkw ersetzt werden.
Den Auftakt bilden vier batterieelektrische Sattelzugmaschinen, die ab dem dritten Quartal 2026 klimaneutrale Transporte und Abholungen für Stahlkunden im gesamten Rhein-Ruhr-Gebiet übernehmen. Parallel dazu erschließt die Hergarten Gruppe gezielt neue Geschäftsfelder. Die Resonanz des Marktes ist positiv. Zugleich investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur an seinen Standorten und schafft damit die Grundlage für einen langfristig wirtschaftlichen und zuverlässigen Betrieb.
Hergarten auf E-Mission 2031: Antwort auf die Herausforderungen der Branche
Nach aktuellen Marktanalysen fehlen bundesweit weiterhin mehr als 100.000 Berufskraftfahrer. Gleichzeitig steigt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Bereich Verkehr und Logistik auf ein Rekordniveau. Parallel dazu sinken die verfügbaren Transportkapazitäten, während die Nachfrage nach zuverlässigen Transportlösungen wieder anzieht. Nach wie vor ist Versorgungssicherheit in der Stahlindustrie von großer Bedeutung. Produktionsprozesse sind auf pünktliche und planbare Transporte angewiesen. Die Hergarten Gruppe begegnet dieser Entwicklung mit gezielten Investitionen in moderne Fahrzeugtechnik, eigene Energieinfrastruktur und digitale Prozesse.
Der europäische Schwerlastverkehr befindet sich mitten in der Transformation. Die Zulassungszahlen batterieelektrischer Lkw steigen seit Jahren an. Gleichzeitig erhöhen verschärfte CO₂-Vorgaben, steigende Mautkosten für konventionelle Antriebe sowie die Nachhaltigkeitsziele großer Industrieunternehmen den Druck zur Dekarbonisierung. Dennoch liegt der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge am gesamten Nutzfahrzeugbestand weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die meisten Speditionen sammeln derzeit erste Erfahrungen mit einzelnen Fahrzeugen oder regional begrenzten Pilotprojekten. Besonders in der Stahltransportbranche sind vollständig elektrifizierte Flotten bislang die Ausnahme. Hohe Fahrzeuggewichte, anspruchsvolle Transportprofile und komplexe Be- und Entladeprozesse stellen deutlich höhere Anforderungen an Fahrzeuge und Infrastruktur als in vielen anderen Transportsegmenten.

Stefan Puczynski verantwortet seit dem 1. August 2025 die Elektrifizierung in der Hergarten Gruppe.
Vorreiterrolle in einer Branche am Anfang der Transformation
Zu den Vorreitern der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs zählen Unternehmen wie Logistik Schmitt (Walter Schmitt GmbH), Dettendorfer oder Rüdinger Spedition, die bereits frühzeitig in Elektro-Lkw, Ladeinfrastruktur und eigene Energiekonzepte investiert haben. Sie treiben die Transformation ihrer Fuhrparks konsequent voran. Gemeinsam ist diesen Unternehmen, dass sie die Elektrifizierung nicht als einzelnes Nachhaltigkeitsprojekt betrachten, sondern als strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit ihrer Geschäftsmodelle. Eigene Ladeinfrastruktur, Photovoltaik, Energiemanagement und digitale Steuerungssysteme werden dabei zunehmend zum integralen Bestandteil moderner Transportnetzwerke.
Im spezialisierten Stahltransport befindet sich die Branche dagegen noch in einer deutlich früheren Entwicklungsphase. Die hohen Fahrzeuggewichte, anspruchsvollen Transportprofile sowie die Anforderungen der Stahlindustrie an Flexibilität, Nutzlast und Verfügbarkeit stellen besondere Herausforderungen an den wirtschaftlichen Einsatz batterieelektrischer Fahrzeuge. Batterieelektrisch betriebene Lkw sind hier noch die absolute Ausnahme. Während zahlreiche Unternehmen den Markthochlauf der Elektromobilität zunächst beobachten oder mit einzelnen Testfahrzeugen Erfahrungen sammeln, verfolgt die Hergarten Gruppe eine langfristig angelegte Transformationsstrategie. Die vollständige Elektrifizierung der gesamten Flotte bis 2031 ist fester Bestandteil der Unternehmensplanung. Damit gehört die Hergarten Gruppe zu den wenigen spezialisierten Stahlspeditionen in Deutschland, die bereits heute einen konkreten Fahrplan für die vollständige Dekarbonisierung ihres Fuhrparks definiert haben.
Klare Strategie statt Pilotbetrieb
Die ersten vier Elektro-Lkw werden bereits ab dem dritten Quartal 2026 alle regionalen Abholverkehre im Rhein-Ruhr-Gebiet übernehmen. In den folgenden Jahren erfolgt die schrittweise Umstellung weiterer Standorte und Fahrzeuggruppen. Die Elektrifizierung ist dabei kein isoliertes Nachhaltigkeitsprojekt, sondern Teil einer langfristigen Investitionsstrategie zur Sicherung von Transportkapazitäten, zur Reduzierung von Energiekosten und zur Erfüllung zukünftiger Kundenanforderungen entlang der industriellen Lieferketten.
„Die Investition unterstreicht unseren Anspruch, die Zukunft der Logistik aktiv mitzugestalten und unseren Kunden schon heute leistungsfähige, wirtschaftliche und klimafreundliche Transportlösungen anzubieten. Gerade in Zeiten knapper werdender Transportkapazitäten braucht es Unternehmen, die langfristig investieren und Verantwortung übernehmen – hier möchten wir vorangehen. Während viele Marktteilnehmer erste Erfahrungen mit einzelnen Elektro-Lkw sammeln, schaffen wir bereits heute die Voraussetzungen für die vollständige Transformation unserer Flotte. Das gilt ebenso im Hinblick auf die künftige Angebotspraxis der Auftraggeber, nicht zuletzt angesichts gesetzlicher Vorgaben und der bereits geltenden wie noch zu erwartenden Vorschriften zur Dekarbonisierung“, kommentiert Marcel Hergarten, Geschäftsführer der Hergarten Gruppe.
Eigene Ladeinfrastruktur als strategischer Wettbewerbsvorteil
Ein zentraler Baustein der Elektrifizierungsstrategie ist der Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur. Gemeinsam mit dem Energiepartner Enerbridge wurde am Betriebshof Lindbergh Straße in Neuss das erste Infrastrukturprojekt gestartet. Die Ladepunkte werden schrittweise an allen Standorten ausgebaut. Ergänzt wird das Konzept durch die Photovoltaikanlage auf der neuen Nutzfahrzeugwerkstatt, wodurch ein Teil des Energiebedarfs direkt vor Ort erzeugt werden kann. Die eigene Ladeinfrastruktur schafft entscheidende Vorteile:
• Hohe Unabhängigkeit von öffentlichen Ladepunkten
• Maximale Verfügbarkeit der Fahrzeuge im Tagesgeschäft
• Planungssicherheit durch feste Ladefenster
• Reduzierung von Energie- und Betriebskosten
• Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom
• Skalierbarkeit für den weiteren Flottenausbau
Digitalisierung als Schlüssel für wirtschaftlichen Betrieb
Die Ladeinfrastruktur wird vollständig in die digitale Systemlandschaft des Unternehmens integriert. Eine intelligente Lademanagement-Software steuert Ladezeiten automatisch auf Basis von Tourenplanung, Abfahrtszeiten und Batteriestatus. Über eine direkte Schnittstelle zum unternehmenseigenen Transportmanagementsystem sowie die Anbindung an die Telematikplattform SPEDION erhalten Fahrer relevante Ladeinformationen direkt im Fahrzeug. Umfangreiche Reporting- und Analysefunktionen ermöglichen darüber hinaus eine transparente Auswertung von Energieverbrauch, Fahrzeugauslastung und CO₂-Einsparungen.
Langfristig plant die Hergarten Gruppe, Teile ihrer Ladeinfrastruktur auch ausgewählten Partnerunternehmen zugänglich zu machen. Ziel ist der Aufbau eines regionalen Lade-Hubs für die Transport- und Stahlbranche im Rheinland. Damit soll nicht nur die eigene Transformation beschleunigt werden, sondern auch ein Beitrag zur Dekarbonisierung der gesamten Lieferkette geleistet werden. Gleichzeitig können regionale Partnerunternehmen von der entstehenden Infrastruktur profitieren und den Einstieg in die Elektromobilität beschleunigen.
Über die Hergarten Gruppe
Die Hergarten Gruppe mit Sitz in Neuss-Holzheim zählt zu den führenden Spezialisten für Stahltransporte in Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter, betreibt eine Flotte von 180 Fahrzeugen und ist an neun Standorten bundesweit vertreten. Geschäftsführer ist Marcel Hergarten; die Flottenelektrifizierung wird durch Stefan Puczynski seit dem 1. August 2025 in der neu definierten Rolle der Geschäftsentwicklung für die Hergarten Gruppe verantwortet.
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Foto: Hergarten Gruppe









